Ablauf einer Pferdezahnbehandlung


Am liebsten behandele ich die Zähne in einer rutschfesten Box. Ich benötige einen Querbalken in mindestens 2,50m Höhe oder einen widerstandsfähigen Ring in der Decke. Außerdem einen möglichst ebenen, festen Untergrund, da ich meist auf einem rollenden, höhenvariablen Hocker arbeite.

 

Nach der Sedation werden zunächst die Schneidezähne begradigt, gekürzt und ihre Kanten gerundet. Wenn nötig, kürze und berunde ich auch die Hengstzähne. Danach bekommt der Patient ein stufenloses Maulgatter angepasst und das Maul wird mit einer desinfizierenden Mundspülung ausgespült.

 

Der Kopf wird bequem in einem Dentalhalfter individuelle Arbeitshöhe gebracht. Durch Klettverschluss besteht ein Notfallöffner. Ich untersuche das Maul optisch und palpatorisch.

Mit verschiedenen Aufsätzen raspele ich zunächst die Zahnleisten gerade, dann die Außenkanten des Oberkiefers und die Innenkanten des Unterkiefers. Dabei achte ich besonders darauf, jeden Zahn immer nur sehr kurz am Stück zu behandeln, um keine Reibungswärme entstehen zu lassen. Das Anstrengende beim Zähnemachen ist nicht der Druck, der auf die Zähne ausgeübt wird, sondern vielmehr das Weghalten von Zunge und Backen, die häufig die Maschine wegdrücken möchten.

Das Ziel der Zahnbehandlung sind ebenmäßige, dem Kieferschwung angepasste Zahnleisten. Beidseitig sollen in der Summe die Zahnhöhen gleich sein, um eine gute Okklusion, d.h. beim Kauen eine gleichmäßige Zahnreibung, zu gewährleisten. Dabei muss ich die individuellen Gegebenheiten wie Kopf- und Kieferasymmetrien, verschiedene Länge der Ober- bzw. Unterkieferzähne oder auch rassespezifische Knicke und Schwünge der Kieferleisten beachten.

Wie weit ich mit der Behandlung bin, kontrolliere ich fortwährend mit Augen und Händen.

Zwischendurch wird das Maul ausgespült um immer optimale Sicht und ein flüssiges Arbeiten zu gewährleisten. Hinterher kontrolliere ich die Okklusion und bearbeite gegebenenfalls nochmals leicht die Schneidezähn. Dann bespreche ich mit Ihnen Befunde, Behandlungsabstände, Fütterung und eventuelle Besonderheiten für die Zeit nach der Zahnbehandlung. Selbstverständlich haben Sie die Möglichkeit, sich die Pferdezähne vor und nach der Behandlung anzusehen und zu befühlen.

Aufgrund der aktuellen Coronalage bitte ich darum, dass auch Sie einen Mundschutz tragen und wenn Sie ins Maul schauen möchten, eine eigene Stirnlampe dabeizuhaben, damit wir uns nicht zu nahe kommen müssen.